More than Corona – Den Risiken von Globalisierung entgegentreten

Carly Kroll & Friederike Truthe, 13.03.2020

Die derzeitige globale Organisationslandschaft hat Unternehmen stärker gemacht, indem sie Kund*innen weltweit erreichen. Da die Möglichkeit besteht, weltweit Niederlassungen einer Organisation zu errichten, können Unternehmen ihr Geschäft stärker aufbauen, lokale Wirtschaften unterstützen und ihre globale Marke stärken.

Trotz vieler Vorteile, die ein globales Unternehmen mit sich bringt, treten auch einige Herausforderungen auf, wenn Arbeitskräfte begrenzt oder gar nicht mehr reisen oder zusammenarbeiten dürfen. Umstände wie die politische Instabilität eines Landes, Naturkatastrophen, Streiks öffentlicher Verkehrsbetriebe und Pandemien können für ihre Mitarbeiter*Innen Hürden bedeuten, die es zu überwinden gilt, um mit vereinten Kräften erfolgreich arbeiten zu können.

Pandemien

In der globalen Wirtschaft überqueren Güter und Personen oft Grenzen. Mit der Chance, Kulturen und Wissen zu teilen und Waren zu handeln, geht vor allem in Ballungszentren aber auch das Risiko einher, dass Krankheiten sich rapide ausbreiten. Die Geschichte hat gezeigt, dass auftretende Pandemien einen großen Einfluss auf Gesellschaften und die Weltwirtschaft nehmen. In unserer modernen globalen Umgebung sind wir trotz signifikanter wissenschaftlicher Fortschritte verwundbarer. Im Falle einer Pandemie, müssen Länder, Unternehmen und Individuen Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung zu minimieren und sich zu schützen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dazu gewisse Maßnehmen wie etwa die Grenzen zu schließen, aktive Quarantänen zu verhängen, Großveranstaltungen abzusagen und Mitarbeiter*innen je nach Schwere und Ausmaß der Ausbreitung der Pandemie zu bitten, zu Hause zu bleiben. Das Hauptaugenmerk für die Sicherheit liegt auf der Reduzierung oder Einschränkung des Kontakts zu anderen Personen, was zu Störungen des Arbeitslebens und der täglichen Arbeitsabläufe führt.

Politik

Wenn Reiseverbote aufgrund von Krieg oder staatlichen Bedrohungen verhängt werden oder wenn hohe Bedenken von BürgerInnen in Kraft treten, kann es dazu führen, dass ein ganzes Land abgeschnitten wird und die jeweiligen Arbeitskräfte weder ein- noch ausreisen können. Regierungswechsel eines Landes können ebenfalls zu neuen Gesetzen oder zu Visabeschränkungen führen. Das kann Verzögerungen oder Hindernisse hervorrufen, mit denen sich Mitarbeiterinnen befassen müssen, um überhaupt reisen zu können. Die New York Times nennt als aktuelles Beispiel die Einreiseverbote in die Vereinigten Staaten von Amerika (USA), aufgrund derer die Zahl der Länder, deren Bürger nicht mehr in die USA einreisen dürfen oder kein Visum mehr erhalten, beträchtlich gestiegen ist.

Naturkatastrophen

Extremes Wetter, von Schneestürmen bis zu starken Winden oder Regenfällen, bildet beim Reisen einen unberechenbaren Faktor und kann viele Probleme verursachen. Die steigende Anzahl an Naturkatastrophen ist ebenfalls ein Aspekt, der die globale Belegschaft beeinflusst. Unternehmensreisen könnten blockiert oder aufgrund von Wirbelstürmen, Lauffeuern oder Erdbeben eingeschränkt werden. Business Insider teilte in einem 2019 erschienenen Artikel mit, dass schlechtes Winterwetter jedes Jahr dazu führe, dass in den USA 60.000 Flüge gestrichen werden. Die Kosten beliefen sich dabei auf rund 3 Milliarden US-Dollar für Airlines und Flughäfen. Pläne betroffener Firmen werden oft durchkreuzt, wenn Mitarbeiter*innen aufgrund solcher Vorkommnisse nicht fliegen oder an Konferenzen, Meetings und Kundenterminen teilnehmen können.

Transport

Die vielfältigen Transportmöglichkeiten stellen eine weitere große Leistung unserer globalen Welt dar, jedoch stehen wir häufig auf verlorenem Posten, wenn Airlines, Bahn- oder Busunternehmen streiken oder aufgrund des Wetters nicht operieren können. Solche Umstände können dazu führen, dass Mitarbeiter*innen, die zu einem anderen Firmenstandort oder zu Kunden ihres Unternehmens reisen wollen, verhindert sind. Der Streik der Lufthansa im Jahr 2019 führte laut BBC in Europa zu einer Annullierung von 1.300 Flügen in einem 48-stündigen Streik. Diese enormen Zahlen können sich weltweit auf Unternehmen auswirken, in denen Geschäftsreisen zwingend sind.

 

Aufgrund der aktuellen Lage des sich verbreitenden Coronavirus haben wir mit unserem CEO Hendrik Witt darüber gesprochen, wie Unternehmen sich bestmöglich auf diese Art von Krise vorbereiten können. Die Nachfrage unserer Kund*innen zeigt, dass der Einsatz von Remote-Support-Lösungen dazu beitragen kann, die Geschäftsprozesse vor allem im Kundenservice aufrecht zu erhalten.

Welchen Herausforderungen stehen Unternehmen aufgrund der globalen Risiken gegenüber?

In erster Linie, dass sie die Dienstleistungen ihren Kunden gegenüber nicht mehr erbringen können aufgrund der äußeren Gegebenheiten. Besonders in der Fertigung, Wartung und Logistik mangelt es den Arbeitskräften an Tools, mithilfe derer sie in Echtzeit Informationen von einem Teammitglied erhalten können und dabei die Hände für ihre Arbeit frei haben.

Wie können sich Unternehmen im Allgemeinen auf solche Risiken vorbereiten?

Digital denken! Das ist wahrscheinlich der beste Ratschlag, den ich Unternehmen geben kann, die solchen Risiken gegenüberstehen. In Zeiten gefährdeter Mobilität werden digitale Prozesse äußerst bedeutsam, besonders dort, wo der menschliche Input immer noch entscheidend ist. Deshalb sollten sich Unternehmen fragen, ob ihre mobilen Arbeitskräfte bestmöglich ausgerüstet sind, um der Krise standzuhalten. Hier kommt Augmented Reality ins Spiel. Wir sehen Wearable Technology wie Datenbrillen als Brückentechnologie, die Menschen durch die Digitalisierung verbindet.

Was sind die Vorteile von Remote-Support-Lösungen in riskanten Zeiten?

Der größte Vorteil davon, Remote-Support-Lösungen zu nutzen, ist der digital gesicherte Wissenstransfer. Lösungen wie Ubimax‘ xAssist gewähren Arbeitskräften vor Ort Zugang zu Informationen, mithilfe derer sie Probleme eigenständig lösen können, selbst wenn sie zuvor nicht für den Job ausgebildet wurden. Dies ermöglicht es Unternehmen, flexibel auf die Krise zu reagieren. Mit der Nutzung von Datenbrillen können Arbeitskräfte zum Beispiel in der Fertigung von Remote-Experten, die nicht vor Ort sein müssen, durch Arbeitsprozesse geleitet werden. Reisen werden dadurch redundant. Nimmt man die Corona-Pandemie als Anwendungsfall, kann ein Remote-Support-Call die Ausbreitung einer Krankheit einschränken, da die Gruppe von Leuten, die möglicherweise angesteckt werden könnten, minimiert wird.

Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl der richtigen Remote-Support-Lösung achten?

Meiner Meinung nach ist es äußerst wichtig, eine Lösung zu wählen, die einem ganzheitlicheren Ansatz entspricht. Wenn möglich, wählt man eine Lösungsplattform, die in verschiedensten Bereichen des Geschäfts hilft, und das nicht nur in Krisenzeiten. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb wir Ubimax Frontline als so große Chance sehen. Nutzer*innen haben nicht nur Zugang zu Remote-Video-Calls, sondern können auch digital angeleitet werden, indem sie vordefinierten Workflows folgen und jederzeit und überall auf Informationen zugreifen können – was mich wieder zu meinem ersten Punkt bringt, dass ein kohärenter digitaler Ansatz innerhalb eines Unternehmens unabdingbar ist, um Risiken für Angestellte zu minimieren sowie Ausfallzeiten zu vermeiden.

 

Quellenangaben:

Anderson, David; Wilkin, Rebecca (2019): Why cold winter weather cancels roughly 60,000 flights a year in the US. Business Insider. Abgerufen unter: https://www.businessinsider.com/flight-cancellation-cold-weather-storm-blizzard-closing-airports-2019-2

BBC (2019): Luthansa scraps 1,300 flights in 48-hour strike, BBC, Abgerufen unter: https://www.bbc.com/news/business-50329889

Fan, Victoria Y.; Jamison, Dean T.; Summers, Lawrence H. (2017): WHO World Health Organization, Policy and Practice – Pandemic risk: how large are the expected loses?, Abgerufen unter: https://www.who.int/bulletin/volumes/96/2/17-199588/en/

Kanno-Youngs, Zolan (2020): Trump Administration Adds Six Countries to Travel Ban, NY Times, Abgerufen unter: https://www.nytimes.com/2020/01/31/us/politics/trump-travel-ban.html